Mittwoch, 15.07.2020 01:13 Uhr

Nun jammern sie wieder!

Verantwortlicher Autor: Peter Schlusnus Herdecke, 01.06.2020, 10:58 Uhr
Presse-Ressort von: Peter Schlusnus Bericht 6884x gelesen

Herdecke [ENA] Die deutsche Automobilindustrie wartet wieder auf die staatliche Hilfe durch den Steuerzahler. Es sollen wieder Milliarden in sonst unverkäufliche Automobile aller Klassen gesteckt werden, um die so wichtige Automobilindustrie zu unterstützen. Die Frage sei erlaubt, wenn nur VW, 20 Mrd. Euro an Strafgeldern nach Amerika überweisen kann, muss dann der Steuerzahler auch noch zahlen?

Wer am lautesten jammert, der wird erhört. So jammert auch der Vorstandsvorsitzende von VW, welcher immer mit den gleichen Argumenten um die Ecke kommt. Wichtige Industrie sei zwingend zu unterstützen. Was heute, in Corona Zeiten wichtig ist, dass ist doch wohl jetzt hinreichend bekannt. Angeblich ziehen der Verkauf von Autos überdurchschnittliche Umsätze bei Zulieferern und anderen Gewerbezweigen nach sich. Das ist sicherlich nicht ganz falsch, aus der Sicht der Automobilhersteller.

Aber auch die anderen Gewerbe sorgen für mehr und nachhaltigen und vor allen Dingen sinnvollen Umsatz und sorgen damit für Arbeitsplätze in der Republik. Denken wir nur an die notleidende Infrastruktur, Straßen, auf denen sich die Automobile vermehrt bewegen sollen. Gerade in diesem Bereich ist es an der Zeit, in diesem Land mal endlich richtig durchzustarten. Wo man hinschaut, marode Straßen und Brücken. Auch die gesamte Schulwelt wartet auf die Erneuerung und Reparatur heruntergekommener Schulklassen und Gebäude. Hier werden Zulieferer aus der Umgebung und das örtliche Handwerker gebraucht und nicht, wie in der Automobilindustrie, die Zulieferer aus Asien und sonst wo in der Welt.

Die Generierung von Umsatz beginnt im eigenen Land und erhält hier Arbeitsplätze im Mittelstand, Handwerk und Handel. 500.000 Beschäftigte gibt es in der Automobilindustrie und den Zulieferfirmen, 5 Millionen Mitarbeiter im Handwerk in Deutschland. Hier ist doch der Hebel anzusetzen, um Kaufkraft zu erzeugen die wir jetzt brauchen. Danach kann man immer noch Autos kaufen, auch ohne Steuergelder. Im Übrigen fliesen ja schon erhebliche Gelder in die Förderung der E-Mobilität, aber dieser Automobilbereich ist ja noch nicht so beliebt bei den Deutschen Herstellen, warum wohl? Ein Schelm, der da böses bei denkt.

Da müssen doch erst noch die Diesel weg! Ein weiterer Bereich der dringend der Unterstützung bedarf ist der Digitale, hier hinkt die Republik armselig hinter her im Europäischen Vergleich. Auch hier lassen sich Umsätze in relativ kurzer Zeit generieren, man muss nur anfangen. Unternehmen in Randgebieten würden es begrüßen, wenn sie endlich mal mit schnellem Internet an den Markt kommen würden, doch auch hier liegt noch zu viel im Argen. Es ist noch vieles zu tun, aber die Lobby der Autobauer scheint mal wieder mit besonderer Rücksicht von der Regierung behandelt zu werden!

Nun kommt auch noch der Aufruf aus Bayern laut daher, die Autos wieder mit Steuergeldern an Frau und Mann zu bringen. Es stellt sich die Frage, wem nutzt diese einseitige Subvention zum Bau von Automobilen alter Machart? Dem Konsum und nicht der nachhaltigen Investition soll hier mal wieder Vorrang eingeräumt werden, getreu dem Motto: „Weiter so“. Doch ich glaube, es ist Schluss mit „weiter so“. Fangen wir mal an „neu zu denken“.

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