Mittwoch, 15.07.2020 01:59 Uhr

Grenzen des Wachstums erreicht?

Verantwortlicher Autor: Peter Schlusnus Herdecke, 17.02.2019, 09:32 Uhr
Presse-Ressort von: Peter Schlusnus Bericht 7642x gelesen

Herdecke [ENA] Der Airbus A 380, das größte Passagierflugzeug der Welt, ist ein Desaster. Der Airbus-Chef Enders läutete das Ende des hochgelobten Prestigeobjekts ein. Schluss ist mit der Auslieferung der letzten Maschine im Jahr 2021! Der Ankerkunde Emirates will noch 14 Maschinen vom Typ A 380 abnehmen. Dann ist Schluss mit A 380. Alle ersehnten Hoffnungen in den Riesenvogel sind wie Eis in der Sonne geschmolzen.

Einst mit überschwänglicher Hoffnung an den Start gegangen, (Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach von einem „riesigen Erfolg für die Innovationskraft europäischer Unternehmen". Der französische Präsident Jacques Chirac sagte: „Heute wurde in Toulouse-Blagnac eine neue Seite der Geschichte der Luftfahrt geschrieben".) endet die Ära nun sang und klanglos für Airbus. Wollte die europäische Flugzeugindustrie dem großen Rivalen doch mal zeigen wie man Großraumflugzeuge baut und auch fliegen lässt. War man einst mit großer Hoffnung in der Mitte des vergangenen Jahrzehnts „gestartet“, um einen Nachfolger für ältere Maschinen kleineren Typs auf den wachsenden Markt zu bringen.

Allen schönen Prognosen zum Trotz ist das Fliegen vom Abflug zum Ziel ohne Zwischenlandung immer noch populärer. Aber hier fehlt die Infrastruktur an den meisten Flughäfen dieser Welt für den A 380. Hier war die amerikanische Flugindustrie mit Boing anders und vorsichtiger Außerdem sollte ein neues Zeitalter mit dem A 380 beginnen. Ziel, viele Fluggäste gleichzeitig zu günstigen Preisen an die großen Drehkreuze der Welt anlanden. Doch diese Rechnung ist gründlich fehlgeschlagen. Nicht ganz so große Maschinen bedienen ausreichend wirtschaftlich die Flughäfen dieser Welt im Non-Stop Flug.

Natürlich war und ist der A 380 eine technische Meisterleistung der Flugzeugindustrie, das war Borgward in der Autoindustrie auch, aber diese Leistung muss auch bezahlt werden! Wenn die Kunden feststellen, dass sich ein derartiges Fluggerät nicht finanziert, dann lässt auch die „größte Fluggesellschaft“ die Bestellung und Inbetriebnahme derartiger „Verlustmaschinen“ auslaufen. Airbus wird wohl mit zweistelligen Mrd. Verlusten rechnen müssen. Auch der Arbeitsmarkt wird betroffen sein, doch sollen wohl viele MitarbeiterInnen auf andere Produktionslinien versetzt werden können.

Schmerzhaft ist das „Aus“ des A380 aber auch für den Steuerzahler. Hat er doch erhebliche Beträge in den A 380 investiert, welche bis heute noch nicht komplett zurückgezahlt sind. Das Ende ist nun nicht glücklich, doch Airbus hat andere Flugzeugtypen am „Start“, die nach wie vor Erfolg versprechend sind und Gewinne erwirtschaften. Dieses jähe Ende sollte eine Warnung sein für alle die in die Gigantomanie verfallen, mit Flugzeugen ist es wie mit den Bäumen, auch sie haben ein Ende beim „Wachstum“

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